Start/Forschung

Was wir wissen — und wie wir es lernen.

Zwölf Jahre Entwicklung, ein zum Patent angemeldeter Ansatz, eine präventive Ausrichtung am Leitfaden Prävention (§ 5 SGB XI). Diese Seite fasst zusammen, was wir über den Wirkmechanismus haptischer Prävention beobachten — und was wir bewusst offen lassen.

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Rechtliche und inhaltliche Einordnung. SaluNova Care ist eine Präventionsmaßnahme nach § 5 SGB XI, orientiert am Leitfaden Prävention (Handlungsfeld pflegerische Prävention · Wissenstransfer). Kein Medizinprodukt im Sinne der EU-Verordnung 2017/745 (MDR), kein Behandlungsangebot, kein Ersatz für pflegerische Zuwendung — sondern eine Ergänzung, die durch Konstanz wirkt, nicht durch Intensität. Die auf dieser Seite dargestellten Beobachtungen aus Pilotanwendungen und wissenschaftlichen Grundlagen stellen keine therapeutischen Wirksamkeitsaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) dar. Die Vollversionen der Rationalen sind an Fachkreise (Ärzt:innen, Medizinischer Dienst, Pflegefachkräfte, Kostenträger) adressiert.

Wie ein taktiler Reiz auf den Körper trifft.

Wir beschreiben, wie die Form physiologisch wirkt — nicht, wozu sie heilt. Die folgenden Grundlagen sind in der Fachliteratur breit beschrieben; SaluNova nutzt sie, indem die Reizgeometrie individuell auf die Handanatomie der anwendenden Person zugeschnitten wird.

Die Wirkkette im Überblick
01 · Eingang

Handgeometrie

Foto der Hand auf dem Messblatt.

02 · Berechnung

Individuelle Reizgeometrie

Patentangemeldeter Algorithmus, 1:1 zu dieser Hand.

03 · Der Reiz

Palmare Mechanorezeptoren

Meissner · Pacini · Merkel — gleichmäßig angesprochen.

04 · Weiterleitung

Afferente Bahnen

Weiterleitung ins somatosensorische System.

05 · Die Antwort

Vegetative Modulation

Herzratenvariabilität · Atemfrequenz · Cortisol.

Um die ganze Kette herum

Ritualisierter Interaktionsrahmen — die gemeinsame Anwendung zwischen pflegender und gepflegter Person. Ohne ihn ist die Kette nur Physiologie.

Die Schritte 03 bis 05 geben den in der Fachliteratur beschriebenen Stand wieder. SaluNova leitet daraus keine eigenen Wirksamkeitsaussagen im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes ab.

Die drei Stufen im Detail:
01 · Der Reiz

Palmare Mechanorezeptoren.

Die Handfläche verfügt über eine hohe Dichte spezialisierter Rezeptoren — Meissner-, Pacini- und Merkel-Korpuskel — die auf leichten Druck, Vibration und Textur reagieren. Sie leiten Signale über afferente Bahnen an das somatosensorische System weiter.

Die individuell gefertigte Form ist so berechnet, dass sie diese Rezeptoren gleichmäßig und beziehungsgerecht anspricht.

02 · Die Antwort

Autonomes Nervensystem.

Strukturierte sensorische Stimulation ist in der Forschungsliteratur mit einer Modulation vegetativer Parameter assoziiert — beschrieben werden unter anderem Veränderungen der Herzratenvariabilität, Atemfrequenz und Cortisol-Spiegel.

Die Literatur beschreibt diese Zusammenhänge als grundlagenfundiert; SaluNova macht keine eigenen Wirksamkeitsaussagen hierzu.

03 · Der Rahmen

Ritualisierter Interaktionsrahmen.

Die gemeinsame Anwendung zwischen pflegender und gepflegter Person stellt einen ritualisierten Moment dar. Pflegewissenschaftliche Konzepte — basale Stimulation (Bienstein/Fröhlich), Validation, personenzentrierte Pflege — beschreiben solche Momente als beziehungsstiftend für beide Seiten.

Die Form ist Werkzeug für diesen Moment, kein Ersatz für ihn.

„Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern eine von uns gestaltete Wirklichkeit.“
— Werner Heisenberg (1901–1976), Physiker · Ordnung der Wirklichkeit, 1989

Von der Idee zum ersten Piloten.

SaluNova Care ist eine präventive Maßnahme, die sich am Leitfaden Prävention nach § 5 SGB XI orientiert — nicht am Medizinprodukterecht. Die folgenden Stationen fassen zusammen, wie das Verfahren entstanden ist und wo wir heute stehen.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit einer Bleistiftskizze einer Handfläche und eingezeichneten Messpunkten, daneben ein Messschieber und eine Tasse Tee.
2014 – 2018

Mathematische Grundlagen

Vier Jahre Vorarbeit an der Mathematik, ohne die der spätere Algorithmus nicht möglich gewesen wäre: eine Handgeometrie so zu formalisieren, dass sich daraus eine reproduzierbare Formberechnung ableiten lässt.

2018 – 2023

Entwicklung des patentangemeldeten Algorithmus

Fünf Jahre Arbeit an dem Verfahren, das eine individuell aus dem Handprofil berechnete haptische Form ermöglicht. Der Algorithmus zur Übersetzung von Handgeometrie in eine maßgeschneiderte Form wird zum Patent angemeldet und weiterentwickelt.

2023 – 2025

Ausarbeitung der Rationalen

Systematische Aufbereitung des Wirkmechanismus und der Hintergrundliteratur — orientiert am Leitfaden Prävention (§ 5 SGB XI, Handlungsfeld pflegerische Prävention). Erstellung von Rationalen für Kostenträger, Träger, Ärzt:innen und Wissenschaft.

2025

Erste Fachgespräche

Aufnahme des Dialogs mit Pflegekassen, Trägern und Einrichtungen zur Einordnung als präventives, nicht-medizinisches Angebot nach § 5 SGB XI im Rahmen des Leitfadens Prävention.

2026

Erster Pilot & qualitative Rückmeldungen

Start des ersten strukturiert begleiteten Piloten mit Schulung des Pflegepersonals, Anamnesebogen und Dokumentation. Aus der laufenden Begleitung beschreiben Pflegekräfte ruhigere Situationen und Momente, die vorher nicht stattgefunden hätten. Das sind Zwischenstände einer noch laufenden Phase, keine abgeschlossenen Ergebnisse. Wir geben diese Rückmeldungen bewusst ohne Zahlen wieder: Belastbare Effektgrößen entstehen erst mit größeren Fallzahlen und einer Vergleichsgruppe. Genau daran arbeiten wir mit der Multi-Site-Erhebung.

2026

Multi-Site-Erhebung im Aufbau

Aufbau einer strukturierten Anwendungsbeobachtung nach den Kriterien guter Versorgungsforschung. Ziel: die bislang qualitativ beschriebenen Beobachtungen mit validierten Instrumenten multizentrisch abzusichern. Keine klinische Prüfung im Sinne der MDR, kein Wirksamkeitsattest.

Neues aus Forschung & Anwendung.

Was gerade läuft, worüber wir sprechen, wen wir suchen. Kurze, datierte Notizen aus dem laufenden Aufbau.

September 2026
Meilenstein

Erster Pilot läuft

Der erste strukturiert begleitete Pilot läuft — mit geschultem Pflegepersonal, Anamnesebogen und laufender Dokumentation. Rund 20 Bewohner:innen je Projekt. Wir berichten weiter, sobald die Beobachtungen belastbar sind.

Sommer 2026
Multi-Site-Erhebung

Aufruf an Praxispartner:innen

Für die strukturierte Anwendungsbeobachtung suchen wir stationäre und ambulante Einrichtungen, die an einer wissenschaftlich begleiteten Anwendungsphase teilnehmen möchten. Aufwand kalkulierbar, Instrumente validiert.

Kontakt →
Frühjahr 2026
Fachgespräch

Austausch mit Pflegekassen

Erste Gespräche zur Einordnung von SaluNova Care als präventives Angebot nach § 5 SGB XI im Rahmen des Leitfadens Prävention. Ergebnis: Fachliche Nachvollziehbarkeit bestätigt, Voraussetzungen für Kooperationsformate geklärt.

Winter 2025
Rationale

Akademische Rationale veröffentlicht

Fachversion mit Wirkmechanismus, Literaturbezug und methodischer Einordnung ist fertiggestellt und für Kassen, Träger und Ärzt:innen abrufbar (siehe Rationale-Bibliothek unten).

Zur Bibliothek →
Herbst 2025
Kooperation

Einladung an Hochschulen

Wir öffnen SaluNova für Studierendenprojekte und Abschlussarbeiten — mit Zugang zu Anwendungsdaten (anonymisiert), Begleitung durch das Team und Möglichkeit zur Publikation.

Kontakt →

Für Fachpublikum — zwei Formen, acht Rationalen.

Jede Rationale ist für einen konkreten Adressatenkreis geschrieben. Die Downloads enthalten Wirkmechanismus, Forschungslage und rechtliche Einordnung — an Fachkreise gerichtet. Sie beschreiben Wirkmechanismus und Beobachtungen, keine therapeutische Wirksamkeit.

easycare · für Menschen mit Pflegebedarf

Für Pflegekassen & Medizinischen Dienst

Akademische Rationale.

Ausführliche Fachversion zur Vorlage bei Kostenträgern: Klassifikation nach § 20a SGB V / § 5 SGB XI, Wirkmechanismus mit Literatur-Quellen, Beobachtungen aus präventiver Anwendung, methodische Einordnung, Bezug zu Anwendungsbeobachtung und Multi-Site-Erhebung.

PDF · 4 Seiten15 LiteraturverweiseFür Fachkreise
Für Träger & Management

Management-Zusammenfassung.

Kompakte Version für Trägervorstände, Heimleitungen und BGM-Beauftragte: Kernnutzen, Einordnung ins Setting-Paradigma, überschaubarer Aufwand, kalkulierbare Rahmenbedingungen. Ohne wissenschaftliche Detailtiefe, aber mit klarem Handlungsbezug.

PDF · 2 SeitenDeutschFür Fachkreise
Für Ärzt:innen

Wissenschaftliche Rationale.

Medizinisch orientierte Version zur Vorlage bei Hausärzt:innen, Praxen und ärztlichen Fachberater:innen: Wirkmechanismus mit neurophysiologischer Perspektive, klare Abgrenzung zur Behandlung, Rahmenbedingungen für den Einsatz begleitend zum Pflegealltag.

PDFDeutschFür Fachkreise
Für Wissenschaft & Forschung

Allgemeine Rationale.

Allgemeine Fachversion für die wissenschaftliche Community: Hintergrundliteratur zur sensorischen und multisensorischen Stimulation, methodischer Rahmen, geplante Erhebungsinstrumente. Grundlage für Kooperationsanfragen und Forschungsvorhaben.

PDFDeutschFür Fachkreise

Selfcare · für Pflegekräfte und pflegende Angehörige

Wie das im Betrieb aussieht — Ablauf, steuerlicher Rahmen, Aufwand — steht auf der Seite Für Arbeitgeber.

Für BGF-Fachreferate der Kassen

Akademische Rationale.

Ausführliche Fachversion zur Vorlage bei den BGF-Fachreferaten gesetzlicher Krankenkassen: Einordnung als betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V, salutogenetischer Rahmen, Wirkmechanismus mit Literatur und die methodischen Grenzen.

PDF · 5 SeitenDeutschFür Fachkreise
Für BGM & Personalverantwortliche

Management-Zusammenfassung.

Kompakte Version für BGM-Verantwortliche und Personalabteilungen: Kernnutzen, Rahmenbedingungen und Aufwand als Baustein der betrieblichen Gesundheitsförderung — zugeschnitten auf den Schichtdienst.

PDF · 3 SeitenDeutschFür Fachkreise
Für Betriebsärzt:innen

Medizinische Rationale.

Für Betriebsärzt:innen und arbeitsmedizinische Berater:innen: neurophysiologische Einordnung der vagalen Regulation über palmare Reizsetzung, klare Abgrenzung zur Behandlung, Kontraindikationen und Rahmenbedingungen für den Einsatz im Betrieb.

PDF · 4 SeitenDeutschFür Fachkreise
Für Wissenschaft & Forschung

Wissenschaftliche Rationale.

Vollständige Herleitung des Wirkprinzips: salutogenetischer Rahmen, neurophysiologische Grundlagen und die mathematische Konstruktion der individuell gefertigten Form. Grundlage für Kooperationsanfragen.

PDF · 5 SeitenDeutschFür Fachkreise
Hinweis zu den Fachinformationen: Die verlinkten Rationale-Dokumente enthalten Fachinformationen und richten sich ausschließlich an Fachkreise (Ärzt:innen, Angehörige medizinischer Heilberufe, Pflegefachkräfte, Kostenträger, Wissenschaft). Sie stellen keine Werbung gegenüber Verbraucher:innen dar.

Wie wir strukturiert erheben.

Wir übernehmen etablierte, validierte Instrumente statt eigene Skalen zu erfinden. Erhoben wird anonymisiert und DSGVO-konform; Datenverarbeitung folgt den Kriterien guter Versorgungsforschung. Keine klinische Prüfung im Sinne der MDR, kein Antrag auf Wirksamkeitsattest.

WHO-5 Well-Being Index

Fünf-Item-Fragebogen zur Erfassung subjektiven Wohlbefindens. Validierter Standard, unter anderem von der WHO empfohlen.

EQ-5D-5L

Gesundheitsbezogene Lebensqualität in fünf Dimensionen — international etablierter Standard der Versorgungsforschung.

Zarit Burden Interview (ZBI)

Belastungswahrnehmung bei pflegenden Angehörigen. Kurzversion und Vollversion validiert.

Caregiver Burden Inventory (CBI)

Vertiefende Erfassung der Belastung in fünf Dimensionen — als Ergänzung zum ZBI in Subgruppen.

Strukturierte Zeitprotokollierung

Dokumentation pflegealltäglicher Routinen (Körperpflege, Mahlzeitenbegleitung, nächtliche Versorgung) durch die Pflegekraft — vor, während und am Ende einer Anwendungsphase.

QoL-AD (Subgruppe)

Lebensqualitätsmaß speziell für Menschen mit kognitiven Einschränkungen — als Ergänzung in entsprechenden Subgruppen der Multi-Site-Erhebung.

Sie möchten mitwirken?

Hochschulen, Pflegewissenschaft, Studierende, Kassen-Referate: Wir freuen uns über wissenschaftliche Begleitung, Praxispartner:innen für die Multi-Site-Erhebung, Fachaustausch. Auch Studierendenprojekte und Abschlussarbeiten unterstützen wir gerne mit Zugang und Begleitung.